Muttermal Untersuchung
Nicht jede Veränderung an einem Muttermal ist ein Grund zur Sorge – manche aber schon. Wir erklären, woran Sie ein abklärungswürdiges Muttermal erkennen und wie die fachärztliche Untersuchung abläuft.
Wann ein Muttermal untersucht werden sollte
Die meisten Menschen haben mehrere bis viele Muttermale (medizinisch: Nävi). Sie sind in aller Regel gutartig und verändern sich über Jahre nur wenig. Eine fachärztliche Abklärung ist dann sinnvoll, wenn sich ein Muttermal in Form, Farbe oder Größe verändert, neu auftritt oder Beschwerden verursacht.
Eine Routineuntersuchung – auch ohne akuten Anlass – ist vor allem für Menschen mit vielen Muttermalen, heller Haut, familiärer Vorbelastung oder häufiger Sonnenexposition empfehlenswert. Für die laufende Verlaufskontrolle bietet sich der Ganzkörpercheck mit digitaler Dokumentation an, der auf der Seite Ganzkörpercheck beschrieben ist.
Die ABCDE-Kriterien als Orientierung
Für die Einschätzung, ob ein Muttermal untersucht werden sollte, hat sich in der Dermatologie eine einfache Merkhilfe etabliert:
- A – Asymmetrie: Die beiden Hälften des Muttermals sehen deutlich unterschiedlich aus.
- B – Begrenzung: Der Rand ist unscharf, gezackt oder ausgefranst statt gleichmäßig rund oder oval.
- C – Colorit: Mehrere Farbtöne innerhalb eines Flecks, etwa Braun-, Schwarz- und Rottöne gemeinsam.
- D – Durchmesser: Das Muttermal ist größer als etwa 5 Millimeter oder wächst erkennbar.
- E – Entwicklung: Eine Veränderung gegenüber dem bisherigen Erscheinungsbild innerhalb weniger Wochen oder Monate.
Trifft eines oder mehrere dieser Kriterien zu, ist eine fachärztliche Untersuchung angezeigt. Die Einschätzung, ob ein Befund tatsächlich abklärungsbedürftig ist, erfolgt im persönlichen Gespräch und mittels Dermatoskopie – eine sichere Beurteilung allein anhand einer Beschreibung ist nicht möglich.
Muttermal juckt, blutet oder verändert sich
Jucken, Brennen, Bluten oder eine Verkrustung an einem bestehenden Muttermal sind Symptome, die ärztlich abgeklärt werden sollten – unabhängig davon, ob zusätzlich die ABCDE-Kriterien zutreffen. Auch ein Muttermal, das sich erhaben entwickelt oder plötzlich schärfer sicht- und tastbar wird, gehört untersucht. In den meisten Fällen liegen harmlose Ursachen wie mechanische Reizung durch Kleidung vor, eine fachärztliche Kontrolle schafft jedoch Klarheit.
Pigmentveränderungen im Augenbereich
Auch im Augenbereich können pigmentierte Veränderungen auftreten, etwa an Lid oder Bindehaut. Solche Befunde werden in enger Abstimmung mit augenärztlichen Kolleginnen und Kollegen beurteilt, da hier spezielle Untersuchungstechniken erforderlich sind. Bemerken Sie eine neue oder sich verändernde Pigmentierung im Auge oder an den Lidern, besprechen wir mit Ihnen das weitere Vorgehen und die notwendige fachärztliche Zuweisung.
Muttermal entfernen – wann medizinisch sinnvoll
Ob ein Muttermal entfernt werden sollte, entscheidet sich nach der dermatoskopischen Untersuchung. Besteht ein konkreter Verdacht auf eine bösartige Veränderung, wird in der Regel eine Hautstanze (Biopsie) durchgeführt und das Gewebe histologisch untersucht. Erst der histologische Befund gibt Auskunft darüber, ob ein Muttermal gutartig oder bösartig ist. Eine Entfernung aus rein kosmetischen Gründen ist bei medizinisch unauffälligen Befunden ebenfalls möglich und wird gesondert besprochen.
Ablauf der Muttermaluntersuchung
Anamnese
Gespräch zu Hauttyp, Sonnenverhalten, familiärer Vorbelastung und dem konkreten Anlass für die Untersuchung.
Dermatoskopie
Beurteilung des Muttermals mit einem hochauflösenden Dermatoskop, bei Bedarf ergänzt um weitere auffällige Hautstellen.
Befundbesprechung
Verständliche Erläuterung des Befunds und, falls erforderlich, der nächsten Schritte.
Weiteres Vorgehen
Bei unauffälligem Befund Empfehlung zur Kontrollfrequenz, bei Verdachtsmoment Veranlassung einer Hautstanze mit histologischer Untersuchung.
Fragen zur Muttermaluntersuchung
Ist mein Muttermal gutartig oder bösartig?
Eine zuverlässige Einschätzung ist nur im Rahmen einer persönlichen dermatoskopischen Untersuchung möglich. Bei begründetem Verdacht gibt erst der histologische Befund nach einer Hautstanze endgültige Klarheit.
Muss ein auffälliges Muttermal immer entfernt werden?
Nicht jedes auffällige Muttermal muss entfernt werden. Die Entscheidung richtet sich nach dem dermatoskopischen Befund und wird individuell mit Ihnen besprochen.
Was tun, wenn ein Muttermal juckt oder blutet?
Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin zur fachärztlichen Abklärung. Juckreiz oder Blutungen haben häufig harmlose Ursachen, sollten aber untersucht werden.
Wie lange dauert eine Muttermaluntersuchung?
Die Dauer richtet sich nach Anlass und Umfang der Untersuchung, von der gezielten Kontrolle eines einzelnen Muttermals bis zur Ganzkörperuntersuchung.
Muttermal untersuchen lassen
Vereinbaren Sie einen Termin zur fachärztlichen Abklärung eines auffälligen Muttermals in unserem Ambulatorium in Wien-Döbling.
Die Informationen auf dieser Website dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine persönliche Beratung und Untersuchung.
